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WM2019 – Deutschland verpasst WM- Finale – Tag 7

Die deutschen Herren verloren das Halbfinale gegen den amtierenden Weltmeister mit 2:3 nach Penaltyschießen. Deutschland spielt somit am Samstag um 14.15Uhr gegen Vorrundengegner Dänemark um Platz 3. Die deutschen Damen spielen morgen um 9Uhr gegen Finnland um die Finalteilnahme.

Norwegen beendet deutschen WM- Traum

„Ihr wart die bessere Mannschaft“, lobte Norwegens Kapitän Oyvind Nythus das deutsche Team nach dem Spiel. Am Ende waren es aber wieder einmal die individuellen Ausnahmesportler Norwegens, die den Unterschied machten. Iver Björnerem und Bard- Inge Peterson waren dabei die auffälligsten Akteure.
Ersterer konnte bereits in der 4. Spielminute eine Unsicherheit in der deutschen Abwehr zum 1:0 verwandeln. Schiedsrichterin Kajsa Lindmann war zur Wasseroberfläche gekommen und hatte Deutschland für einen Angriff auf die Ausrüstung verwarnt. Der Mannschaft war kurzzeitig nicht klar, ob es sich um eine Strafzeit handelte, und blieb zu Beginn des Freiwurfs mit sieben Spielern aus dem Wasser. Nur 14 Sekunden nach Anpfiff erzielte Norwegen die Führung. Deutschland hätte mit 6 Spielern im Wasser bleiben dürfen. 
„Wir sind nervös. Der eine mehr, der andere weniger“, hatte Lukas Tadda unmittelbar vor dem Spiel gesagt und ergänzte: „Das ist aber gut. Denn das bedeutet wir sind nah dran“.
Und die Nervosität wurde den deutschen zu Beginn leider zum Verhängnis, gab es doch eigentlich nur wenig Grund dazu. Denn im gesamten Spielverlauf wirkten die Norweger deutlich unsicherer. Nicht nur, dass Norwegen dreimal im Spiel mit dem Ball ins Aus schwamm, auch zahlreiche Torchancen ließen sie zu.
Nach dem Führungstreffer dauerte es nur zwei Minuten bis Sebastian Lange einen erfolgreichen Pass an Lukas Tadda werfen konnte. Dieser konnte direkt den Korb frei räumen, den Ball aber nicht final versenken (6.min).
In Minute 11 brachten dann die Schottmüller- Brüder Deutschland zurück ins Spiel. Martin Schottmüller stürmte halbhoch auf den norwegischen Verteidiger und konnte den Ball unter ihm durch an seinen Bruder Jochen passen, der zum 1:1 über die offene Seite verwandelte.

Weltmeisterschaft im Unterwasserrugby 2019 - J. Schottmüller nach dem Ausgleichstreffer gegen Norwegen (1:1)
Weltmeisterschaft im Unterwasserrugby 2019 – J. Schottmüller nach dem Ausgleichstreffer gegen Norwegen (1:1) – Foto (c) VDST

Im zweiten Durchgang kam Deutschland dann zunehmender besser ins Spiel und übernahm allmählich die Oberhand. Druckphasen mit mehreren Angriffswellen ließen die Norweger nicht aus der eigenen Hälfte kommen. In Minute 23 dann sogar ein Wechselfehler bei Norwegen. Lukas Tadda verpasste nur knapp die Chance zum 2:1 in Überzahl. Der Pass an ihn kam aber zu weit, weshalb er ihn nicht direkt verwerten konnte.

Verlängerung mit weitere Chancen

Weltmeisterschaft im Unterwasserrugby 2019 - Norwegen nach dem Treffer zum 1:0 gegen Deutschland
Weltmeisterschaft im Unterwasserrugby 2019 – Norwegen nach dem Treffer zum 1:0 gegen Deutschland – Foto (C) VDST

Auch in der Verlängerung mit Golden Goal, hatte Deutschland gute Kombination. Die beste Chance der Verlängerung hatte ebenfalls Lukas Tadda in Minute 35., Christian Prowald konnte den Ball aber nicht sauber genug durchstecken, weshalb Norwegen rechtzeitig genug klären konnte.
Die Norweger hingegen hatten ebenfalls ihre Spielanteile. Auffällig oft bei Freiwürfen versuchte das Gespann Björnerem und Peterson eine Kombination am Tor aufzubauen. Drei Minuten vor Ende der Verlängerung dann der Schock. Torwart Hannes Treiber erhielt eine 2- Minuten Zeitstrafe wegen Schulter im Korb. Nach einer Auszeit setzte Norwegen direkt alles auf eine Karte und attackierte massiv. Verteidiger Niklas Tadda konnte aber klären. 

Strafwurfwerfen

Nach einer torlosen Verlängerung, wurde dann die Entscheidung im Strafwurfwerfen gesucht. Norwegen griff zuerst an.
Iver Björnerem, mehrfacher Torschützenkönig der Euro League, verwandelte den ersten Strafwurf gegen Sebastian Lange. Im Anschluss verfehlte Philip Kreißig als erster Schützer gegen Bard- Inge Peterson, wodurch Norwegen in Führung gehen konnte. Peterson erhielt allerdings im Anschluss eine 2- Minuten Strafe wegen Unsportlichkeit. Der Norweger hatte nach dem Auftauchen den Ball vor Freude aus dem Wasser geworfen.
Sebastian Lange brachte Deutschland zurück ins Spiel, als er den zweiten Strafwurf gegen Marius Skare über 45 Sekunden verteidigen konnte. Markus Heckrath glich im Gegenzug gegen Iver Björnerem zum 2:2 aus.
Peterson, der nach der zweiten Runde wieder ins Wasser durfte, trat gegen Kapitän Lukas Tadda an. Beide kannten sich noch gut aus dem WM- Finale 2015 in Cali. Damals hatte Peterson einen Strafwurf von Tadda im Spiel gehalten. Diesmal wollte Tadda den Spieß umdrehen. Jedoch bekam Peterson Tadda bereits sehr früh am Kopf zu packen und verwandelte nach knapp 35 Sekunden zum 3:2.

Weltmeisterschaft im Unterwasserrugby 2019 - Strafwurfwerfen gegen Norwegen
Weltmeisterschaft im Unterwasserrugby 2019 – Strafwurfwerfen gegen Norwegen – Foto (c) VDST

Hannes Treiber als dritter Schütze Deutschlands verpasste dann leider den letzten Strafwurf. Wieder war es Iver Björnerem, der den Ball zu packen bekam und zur Wasseroberfläche bringen konnte.
Norwegen spielt somit in der dritten Weltmeisterschaft in Folge das Finale. Deutschland verpasst hingegen eine weitere Chance den ersten Herren WM- Titel zu holen. Im letzten Spiel des Turniers trifft Deutschland nun nochmals auf Vorrunden- Gegner Dänemark. Dänemark verlor das zweite Halbfinalspiel 0:1 in Verlängerung gegen Kolumbien.

Ausblick:
Die deutschen Damen spielen morgen das Halbfinale gegen Finnland. Die Damen sind fit und haben den freien Tag für eine Schwimmeinheit genutzt. Deutschland, als amtierender Weltmeister, gilt auch hier als Favorit.

Bericht von Torsten Stanschus 


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von WAIDI am 1 August 2019