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Der VDST im Interview mit dem Nationaltrainer der U21 Juniorennationalmannschaft auf dem OCEC17

VDST: Wie hast du als Trainer der U21 Juniorennationalmannschaft im Unterwasserrugby die ersten zwei Turniertage auf dem OCEC in Salzburg empfunden?

 

Torsten Stannschus - Nationaltrainer U21

Torsten Stannschus – Nationaltrainer U21

Torsten Stanschus: Der erste Tag stand erstmal unter dem Motto „abtasten“. Im ersten Spiel ging es gegen Italien. Doch als Minimalziel wurde die Tatsache in die Endrunden zu kommen, von Anfang an innnerhalb der Mannschaft vereinbart. Das Spiel war am Ende überragend. Mit dem 15:0 Sieg sind wir weit über unseren Erwartungen ins Turnier gestartet. Vor allem muss man sich die letzten Ergebnisse zwischen der deutschen Herrennationalmannschaft und Italien vor Augen halten. 2010 gewann die Herrennationalmannschaft 8:0 gegen Italien. Ansonsten möchte ich die Gelegenheit noch nutzen die einwandfreie Organisation hier in Salzburg zu loben. Bei unserer eigenen Organisation gab es ein paar Probleme. So kamen wir am Donnerstag, aufgrund einer Panne, mit einer Verspätung von 7 Stunden mitten in der Nacht an. So hatten wir anfangs die Befürchtung, dass dies die Mannschaft schwächen würde. Aber die Ergebnisse zeigten das Gegenteil.

VDST: Und der zweite Turniertag?

Torsten Stanschus: Wir hatten ja am ersten Spieltag glücklicherweise mit Schweiz und Italien die Möglichkeit uns warm zu spielen, da es sich im Nachhinein herausstellte, dass es die schwächsten teilnehmenden Mannschaften waren. Am zweiten Tag hatten wir einen deutlich härten Tag. Gleich zu Beginn ging es gegen eine Top-Mannschaft aus Tschechien, die als Turnierfavorit galt. Daher können wir mit einem 0:0 mehr als zufrieden sein.

VDST: Das Spiel gegen Österreich war auch ein Kraftakt. Die U21 hat es mit 2:0 für sich entschieden.

 

Torsten Stannschus - Nationaltrainer U21Torsten Stannschus - Nationaltrainer U21

Torsten Stannschus – Halbzeitbesprechung gegen Spanien

Torsten Stanschus: Es hört sich spannend an. Für Außenstehende hört sich das vielleicht nach einem klaren, sicheren Sieg an. Das war es aber zu keinem Zeitpunkt. Die Österreicher führen regelmäßig eine genaue Spielstatistik. So haben sie beobachtet, dass dir mehr reine Pässe gespielt haben. Das hat viel mit unserem Ecken-Spiel zu tun. Wir versuchen uns in der gegnerischen Ecke festzuhalten und so Ruhe reinzubringen. Aber was die Fehlpässe und die Angriffe am Tor betrifft, waren wir mit den Österreichern gleich auf. Wir haben auch das Spiel gegen Österreich deutlich intensiver erlebt. Gegen die Tschechen war natürlich auch geplante Torangriffe ständig zu sehen, jedoch waren die Offensivbemühungen von Österreich energischer. Gefühlt waren sie häufiger an unserem Korb. Mit dem 2:0 war es dann für uns entschieden, jedoch hätte das Spiel auch anders ausgehen können. Es war ein offener Schlagabtausch.

VDST: Welche Einzelspieler haben dich auf diesem Turnier bislang überzeugt?

Torsten Stanschus: Wir haben Spieler, die sich immer auf Turnieren durch ihre Spielstärke besonders hervorheben. Bei diesem Turnier ist es super, dass wir eine völlig homogene Mannschaft haben. Was sehr schön in allen Spielen zu beobachten war, dass die Spielerwechsel die Mannschaft in ihrem Spielfluss nicht schwächt. Wir haben auch einige Youngsters dabei, um sie mit Blick auf die Jugendweltmeisterschaft im nächsten Jahr aufzubauen. Auch diese Spieler konnten sich prima integrieren. Glücklicherweise aufgrund der Turnierregeln, müssen wir für jedes Spiel einen 15er Kader benennen. Können aber aus einem 18er Kader schöpfen. So haben wir auch 2 Spieler mitgenommen, die bis dato noch kein Spiel hatten. Ihre ersten und bislang einzigen Spiele waren gegen Spanien. Und diese Spiele haben sie sehr gut gemacht, was nicht selbstverständlich ist. Um ein paar Namen noch zu nennen wären hier: Davi Kreissig, Carl- Wilhelm Höhle und Jannick Graf. Das sind Spieler die wir auf verschiedenen Positionen als Leader benannt haben. Somit sollen sie gezielt ihre Mitspieler motivieren. Was mir sehr gut gefällt ist, dass nun vielmehr Kommunikation innerhalb der Mannschaft stattfindet. So sind nun nicht mehr nur einzelne Spieler am reden.

VDST: Kannst du eine Prognose für den weiteren Turnierverlauf abgeben? Ursprüngliche Prognose war der 3. Platz. Und nun?

Halbzeit Deutschland U21 - Italien #OCEC17

Halbzeit Deutschland U21 – Italien #OCEC17

Torsten Stanschus: Ganz klar war es utopisch gewesen, von Anfang zu sagen, dass der erste Platz drin ist. Schließlich geht es hier gegen Herrennationalmannschaften. Es ist natürlich auch ein Experiment mit der U21. Wir haben dieses Experiment auch gewagt war die offene nordische U21 Meisterschaft ausfiel. Sie haben uns nicht eingeladen. Daher war die OCEC die Alternative. Allerdings waren es ja hier Herrennationalmannschaften. Anfangs war das Minimalziel Platz 3. Nun sieht das anders aus. Wir haben ein deutlich professionelles Auftreten. Wir wirken sehr ruhig ins Wasser. Daher muss ich meine anfängliche Prognose revidieren. Momentan macht es den Anschein, dass wir uns nur selbst schlagen können. Daher werden es auf jeden Fall noch spannende Spiele!

VDST: Vielen Danke Torte. Wir dürfen gespannt sein.

 

 

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von WAIDI am 29 Oktober 2017